Die Karlsbrücke in Prag und Český Krumlov in Südböhmen.

Cesky_Krumlov_Wolff_Reisen
Marc_Lehmann_Illustration
Prag und Budapest gehören zu den bevorzugten europäischen Städte-Destinationen – jedes Jahr schlendern Millionen von Besuchern über den Wenzelsplatz in Prag und den Heldenplatz in Budapest, bewundern die Karlsbrücke in Tschechien und die Kettenbrücke in Ungarn. Italienische Schulklassen verstopfen die Museen, britische Männerhorden nehmen biertrinkend Abschied von ihrem Junggesellenleben und Busladungen voller Asiaten machen Selfie-knipsend mit europäischem Barock Bekanntschaft. Zwei Hauptstädte, die Opfer ihres massentouristischen Erfolgs geworden sind? Nicht nur. Hinter den glänzenden Fassaden, abseits der Trampelpfade, tun sich wunderbare Welten auf. Hinter den glänzenden Fassaden, abseits der Trampelpfade, tun sich wunderbare Welten auf. Wir wollen da hineinblicken.
Und lernen so die unbekannten Gefilde Tschechiens, der Slowakei und Ungarns kennen, dieser drei Binnenländer, die uns geografisch so nah und gesellschaftlich so fern sind. Wir fahren nach Most, in die «hässlichste» Stadt Tschechiens, die noch vom Tagebau lebt, aber sich bald neu erfinden muss. Wir besuchen die Roma am Stadtrand, durchwandern mit dem Erfolgs-Schriftsteller die nordböhmische Felslandschaft. Wir lassen uns Mani Matter-Lieder auf Tschechisch vorsingen, böhmisches Bier ausschenken und prächtige Burgen zeigen. Wir erfahren, warum in der Slowakei weltweit am meisten Autos produziert werden und gehen mit einem Zeitzeugen an den Ort, wo im Sommer 1989 der Eiserne Vorhang aufging. Wir staunen über die neue ungarische Weinbaukunst und erfahren, weshalb in Budapest wieder so viele Juden wohnen, wo sie doch von hier aus massenhaft nach Auschwitz deportiert wurden. Eine politische Reise mit Diskussionen und Impressionen, Augenweiden und Gaumenfreuden.
 

Ist vom Osten Europas die Rede, zieht sich in westlichen Köpfen noch immer der Eiserne Vorhang zu. Grau und melancholisch die Stimmung – eigenbrötlerisch und undankbar die Menschen, so denkt man. Auch 30 Jahre nach der «Wende», werden die EU-Länder des ehemaligen Ostblocks nicht so richtig verstanden. Ost und West sind sich trotz offenen Grenzen fremd geblieben.
Höchste Zeit also, die östliche Seele kennenzulernen. Wir erkunden die Aufbruchsstimmung in den Städten, durchqueren blühende Landschaften und begegnen originellen und liebenswürdigen Menschen, die so manches Klischee vom düsteren Osten Lügen strafen.

VORGESEHENES REISEPROGRAMM

1. Tag / Do, 16. Mai 2019: Anreise

Um die Mittagszeit Flug von Zürich nach Prag. Nach einer Einführung von Marc Lehmann, ist ein Treffen mit Jan Repka geplant. Der junge Liedermacher trägt uns Mani Matter-Lieder auf Tschechisch vor, die er akribisch übersetzt hat.

2. Tag: Prag

Natürlich muss man die wichtigen Sehenswürdigkeiten der tschechischen Hauptstadt gesehen haben, wir lernen sie auf einer geführten Tour heute kennen. Am Nachmittag der Besuch im Atelier einer Künstlerin, die in Basel vom Fasnachtsfieber angesteckt wurde, die «drey scheenschte Dääg» kurzerhand nach Prag importiert hat und hier nun „Larven“ kreiert.

3. Tag: Prag – Klášter Hradiště nad Jizerou

Nach einem Besuch auf dem Biomarkt, geht’s Richtung Osten nach Kutná Hora, dessen Altstadt um den Dom der heiligen Barbara zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. In Poděbrady klirren dann die Gläser: Wir besichtigen eine Fabrik, die den berühmten böhmischen Kristall herstellt. Nach einem Spaziergang durch die schroffe Felslandschaft „Böhmisches Paradies“ ist ein Treffen mit Schriftsteller Jaroslav Rudis geplant, dem Shootingstar der tschechischen Literatur. Übernachtung im Wellnesshotel «Malý Pivovar», wo schon im Mittelalter Bier gebraut wurde.

4. Tag: Klášter Hradiště nad Jizerou – Pilsen

Fahrt nach Terezín, ins «Ghetto Theresienstadt». Von diesem Sammellager aus deportierten die Nazis Zehntausende Juden in die Vernichtungslager. Das lokale Museum erinnert eindrücklich an jene düstere Zeit. Danach Weiterreise in die Bergbaustadt Most, die in den 1960er Jahren dem Kohleabbau weichen musste und als sozialistische Planstadt von den Kommunisten neu gebaut wurde. Bei einer Visite im Roma-Viertel lernen wir die kargen Lebensverhältnisse dieser ausgestossenen Minderheit kennen. Abends Weiterfahrt nach Pilsen.

5. Tag: Pilsen – Český Krumlov

Heute gibt’s schon am Morgen einen Schluck Bier – in Pilsen geht das nicht anders. Bei einer geführten Tour lernen wir die weltbekannte Pilsner Brauerei kennen und erfahren das Geheimnis der Produktion von untergärigem Bier mit hohem Hopfengehalt. Der Weg ins pittoreske Český Krumlov führt uns durch den Nationalpark Šumava, wo wir uns auf eine kurze Wanderung begeben und in der guten Luft picknicken.

6. Tag: Český Krumlov – Lednice

Český Krumlov: Hier muss man einfach die Kamera zücken. Eine lokale Reiseleitung zeigt uns die schönsten Ecken dieses UNESCO-geadelten Städtchens. Der Weg durch Südböhmen führt an unzähligen Karpfenteichen vorbei, wo die Fische für den Weltmarkt gezüchtet werden. In Slavonice empfängt uns Tereza, eine Töpferin, die 1968 in die Schweiz emigriert und nach der Samtenen Revolution wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt ist. Die Nacht verbringen wir in der wunderbaren Kulturlandschaft von Lednice.

7. Tag: Lednice – Sopron

Was ist vom Eisernen Vorhang noch übrig geblieben? Heute passieren wir eine Grenze, die früher keine war – und eine, die man heute nicht mehr spürt, obwohl früher kaum eine Mücke rübergekommen wäre. Halt machen wir in Bratislava, wo uns die Stadtarchitektin Perlen und Bausünden zeigt. Direkt an der schönen blauen Donau liegt das moderne Kunstmuseum Danubiana, welches wir auf dem Weg nach Ungarn besichtigen. Gegen Abend Weiterfahrt ins fröhliche Sopron, der «Reformationsstadt Europas». Übernachtung in einem eindrücklichen Kloster-Hotel.

8. Tag: Sopron

Es war im August 1989, als sich Friedensdemonstranten am Stacheldrahtzaun an der österreichisch-ungarischen Grenze zum Picknick trafen. Plötzlich setzten DDR-Bürger zur Flucht an. Der ungarische Grenzoffizier musste den Eisernen Vorhang öffnen, wollte er ein Blutbad vermeiden. Für uns erinnert sich der Held von damals noch einmal an die dramatischen Stunden, als der Kalte Krieg zu Ende ging. Später stossen wir in einem Weingut auf die Freiheit an und degustieren die grossartigen Weine vom Neusiedlersee.

9. Tag: Sopron – Budapest

Morgens Besuch im Audi-Werk von Györ, wo die schnellen und schweren Wagen der deutschen Nobelmarke produziert werden. Die Weiterfahrt nach Budapest führt uns der Donau entlang, an Esztergom und der Burg Visegrad vorbei, wo nach der Wende Geschichte geschrieben wurde. Marc Lehmann stimmt uns mit einem Vortrag auf die ungarische Hauptstadt ein, bevor wir den Gaumenfreuden frönen.

10. Tag: Budapest

Wir werden nicht die ersten Gäste sein in Budapest – aber die lokale Reiseleitung zeigt uns Orte, wo noch nicht alle waren. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung, z.B.  für den Besuch eines der traditionsreichen Thermalbäder. Zum Abschluss ein Festschmaus im Domus Vinorum.

11. Tag / So, 26. Mai 2019: Rückreise

Besuch des jüdischen Viertels und einer Synagoge. Nirgends in Osteuropa leben wieder so viele Juden wie in Budapest. Bis zum Transfer zum Flughafen steht noch etwas freie Zeit zur Verfügung. Schliesslich Flug nach Zürich, wo wir gegen Abend ankommen.

Programmänderungen sowie Änderungen der geplanten Treffen vorbehalten.

Reisedatum

Donnerstag, 16. Mai bis
Sonntag, 26. Mai 2019
Buchbar

PREIS PRO PERSON
Im Doppelzimmer
CHF 4'970.–
Zuschlag für Einzelzimmer
CHF 610.–

Teilnehmer/Innen
16 Personen max.
10 Personen min.

Im Preis inbegriffen
  • Linienflüge in Economy-Klasse
  • Flughafentaxen (Sicherheitsgebühren)
  • Übernachtungen in guten Mittelklassehotels
  • Halbpension, an Tag 5 zusätzlich Picknick
  • Ausflüge, Eintritte und Transfers gemäss Programm
  • Experten-Reisebegleitung und Betreuung durch Marc Lehmann
  • Teilweise zusätzliche örtliche Reiseleitungen
  • Grosse Trinkgelder (für Reiseleiter und Fahrer)
Nicht inbegriffen
  • Getränke
  • Weitere Mahlzeiten
  • Persönliche Auslagen
  • Nicht im Programm erwähnte Leistungen
  • Kleinere Trinkgelder
  • Reiseversicherung
Zusatzleistung

Gutschein für ein Bahnbillett der 1. Klasse, vom Wohnort (Grenzort Schweiz) zum Flughafen Zürich-Kloten und zurück

Allgemeine Informationen

DOKUMENTE

Schweizer BürgerInnen benötigen zur Einreise in die diversen Länder einen Reisepass oder eine Identitätskarte. Das Dokument muss für die gesamte Reisedauer gültig sein.

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EMPFOHLENE IMPFUNGEN

Diphtherie, Tetanus, Polio, Masern, Hepatitis A

TRANSPORT

Bus

WÄHRUNG

Die Währung in der Tschechischen Republik ist die Krone, in der Slowakei der Euro, in Ungarn der Forint. Kreditkarten werden von grösseren Hotels, Restaurants und zahlreichen Geschäften akzeptiert, Barbezüge am Bancomat sind möglich.

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TEMPERATUR / KLEIDUNG

Im Mai liegen die Temperaturen zwischen 10 und 20°C.

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