Das kleine Dorf Pucallpillo im Alto Huayabamba Tal, Peru

Rebellen aus dem Amazonas zetteln Schweizer Schoggi-Revolution an

von Darja Budanov

Fernab von der peruanischen Hauptstadt, fast am Rande der Zivilisation im Einzugsgebiet des Amazonas, liegt das prächtige Alto Huayabamba Tal. Dort auf seinen fruchtbaren Böden baut Oswaldo del Castillo Vásquez seit rund 20 Jahren feinen Kakao an. Mit viel Hingabe pflegt er seine kleine Finca und es macht den 60-jährigen sehr stolz, mit Kakao seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Genau wie Oswaldo gibt es rund 6 Mio Kleinbauern, die 90% des weltweit gehandelten Kakaos produzieren. Diesen Kleinbauern stehen zwei multinationale Schokoladenunternehmen gegenüber, die fast den gesamten Kakao aufkaufen, verarbeiten und damit viel Geld verdienen. Sie kontrollieren den Markt und drücken die Rohstoffpreise. Die Bauern müssen sich mit kargen Löhnen für ihre schwere Arbeit abfinden, auch ganz unabhängig davon, wie qualitativ ihr Produkt ist.


Im Jahr 2008 lernt Oswaldo Christoph Inauen und Eric Garnier kennen. Beide reisen zum ersten Mal ins Alto Huayabamba Tal auf der Suche nach nachhaltig produziertem Edelkakao. Sie möchten für ihre damaligen Arbeitgeber den Rohstoff zu fairen Preisen einkaufen und so das Leben der Kakaobauern verbessern. Aus der anfänglichen Geschäftsbeziehung entsteht rasch eine tiefe Freundschaft zwischen Eric, Christoph und den Kakaobauern der kleinen Dörfer Pucallpillo und Santa Rosa. Schon bald fühlen sich die beiden Europäer im Tal wie zu Hause und geniessen das Vertrauen der zwei Gemeinden. Deswegen scheuen Oswaldo und die anderen Bauern nicht, Christoph und Eric nach längerer Zusammenarbeit zu erklären, dass ihre Nachhaltigkeitsprojekte zwar gut gemeint sind, doch für die Kakaobauern letztendlich nicht viel bewirken. Sie sind es leid, als blosse Rohstofflieferanten behandelt zu werden, kein Mitspracherecht in ihrer Branche zu haben und ihren wertvollen Kakao zu Spottpreisen an die Industrie zu verkaufen. Sie fordern wirkliche Veränderung, einen vollkommen neuen Ansatz im Schokoladengeschäft...

»Plötzlich sind Oswaldo und die anderen Bauern internationale Unternehmer.«

Ein wegbereitendes Geschäftsmodel

2015 rufen Christoph, Eric und ihre 36 Freunde aus Pucallpillo und Santa Rosa die „Schokoladen-Revolution“ aus: Sie gründen die erste Schweizer Schokoladenmarke, die Kakaobauern mitgehört. Plötzlich sind Oswaldo und die anderen Bauern internationale Unternehmer. Sie treffen selbst Entscheidungen,
führen die Firma mit und vor allem: Sie profitieren unmittelbar vom Endprodukt. Denn zum allerersten Mal verkaufen sie ihre Schokolade direkt an die Konsumenten. Ihre Firma nennen sie „Choba Choba“, ein Ausdruck aus dem Quechua, der übersetzt bedeutet: „Ich helfe dir, du hilfst mir.“ Denn das Projekt
schlägt eine Brücke zwischen zwei Welten, die eng verflochten sind und ohne einander nicht können: Kakaobauern und Schokoladengeniesser. Gemeinsam sollen sie das Schokoladenbusiness komplett umkrempeln, denn die Kakaobauern verkaufen nun ihr Produkt direkt an die Konsumenten und die Kunden geniessen eine Schokolade, von der sie bis ins Detail wissen, woher sie
kommt und wer daran verdient.


Choba Chobas Revolution hat auch ihre Schokoladenseite. Da die Firma auch gegen Geschmacksstandardisierung in der Industrie ankämpft, lässt sie ihre wertvollen Kakaobohnen beim Schweizer Chocolatier Felchlin Sorte für Sorte,
in kleinen Mengen verarbeiten. Eine Prämiumschokolade nur aus Alto Huayabambas edlen Kakaobohnen und Rohrohrzucker. Nur so entsteht charaktervolle Schokolade, in der man die zahlreichen natürlichen Kakaoaromen spüren und immer wieder neu entdecken kann.

Erste Errungenschaften der süssen Revolte

Was jahrelange Nachhaltigkeitsprojekte nicht bewirken konnten, schafft Choba Choba in einem Jahr und Oswaldo feiert mit seiner jungen Firma bereits erste Erfolge: Das Einkommen der Bauernfamilien ist im ersten Jahr um 734 Franken gestiegen. Gerade auch, weil sie bei Choba Choba den Kakaopreis selbst
bestimmen – ganz unabhängig von der internationalen Rohstoffbörse. Zusätzlich fliessen 5% von jedem verkauften Produkt in Choba Chobas «Revolution Fund», über dessen Verwendung Oswaldo und die anderen Bauern selbst entscheiden. 2016 sind so 30‘000 Franken zusammengekommen. Einen Teil dieses Geldes haben die Familien in weitere Aktien investiert und besitzen
jetzt schon 12% von der Choba Choba AG – ein Anteil, der mit dem Erfolg ihres Unternehmens stetig wachsen soll, bis die Bauern die Mehrheit am  Unternehmen haben. Und das ist nicht alles. Als Eigentümer an seiner Schweizer Firma ist Oswaldo letztes Jahr mit zwei weiteren Kakaobauern nach Europa gekommen. Hier haben sie ihre Kunden nun endlich persönlich getroffen.


Oswaldos grösster Wunsch ist es, dass Choba Choba weiter gedeiht und mit seinem innovativen Modell das Leben der 36 Bauernfamilien nachhaltig  verbessert. In Zukunft soll das Modell von anderen Bauern und Branchen nachgeahmt werden. Sie wollen beweisen, dass eine andere Art von Business wirklich möglich ist, in der Bauern nicht das Schlusslicht der  Wertschöpfungskette bilden, sondern Unternehmer sind.

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