Ein Graffiti im neuen hippen Viertel Maboneng

Maboneng

von Stefanie Schweda

Viele Jahre lang gab es für Touristen nur einen Grund, nach Johannesburg zu fliegen: ein kurzer Blick auf Pretoria und dann die schnelle Weiterreise Richtung Krüger-Park oder andere Safari-Ziele. Doch seit vor neun Jahren der Investor Jonathan Liebman in Jeppestown investiert hat, lohnt es sich, wenigstens eine oder zwei Nächte in Johannesburg einzuplanen, denn es hat sich viel getan. Jedenfalls im neuen, hippen Viertel Maboneng, „Ort des Lichts“.

Manche fühlen sich an Berlin-Kreuzberg oder das Hamburger Schanzenviertel erinnert, andere an die coolen Bezirke von New York oder London – Maboneng ist international, jung, kreativ und liegt wie eine Insel in der Johannesburger Innenstand. Leerstehende Industriegebäude und Lagerhallen wurden in schicke Wohnungen, Büros, Geschäfte und Veranstaltungsorte umgewandelt, in denen sich heute die Johannesburger (Kunst-) Elite angesiedelt hat.

Junge Männer und Frauen aller Hautfarben schlendern durch die Main Street, shoppen, trinken einen Smoothie im „Eat Your Heart Out“ – Melone mit Minze oder Karotte mit Ingwer – oder besuchen Galerien. Der berühmte südafrikanische Künstler William Kentridge hat hier im Februar 2017 sein „The Centre for the Less Good Idea“ gegründet. Hier kommen Künstler zusammen, um zu experimentieren: Text, Performance, bildende Kunst, Tanz. Der Gedanke ist so genial wie einfach – Kunst lebt von den vielen Ideen, die schliesslich verworfen werden und ohne die der künstlerische Prozess nie denkbar wäre. Die Eröffnung dieses Centers war in jedem Fall eine gute Idee!

Gleich um die Ecke, in der Fox Street, empfängt Bheki Dube in seinem Hostel Curiocity Backpackers Neugierige aus der ganzen Welt. Früher wären sie nach der Landung in Johannesburg gleich weitergefahren oder geflogen, heute bleiben sie ein paar Tage, um das kosmopolitische Lebensgefühl im neuen Viertel zu erleben. Er findet, dass diese überschaubare Nachbarschaft ein Vorbild für die Stadt sein könnte und tatsächlich will die Stadtverwaltung Downtown wiederbeleben.

Der Gang zwischen den Ständen gleicht einer kulinarischen Reise um die Welt, und am hinteren Ausgang spielt eine Jazzkapelle unter der Graffiti-bemalten Hochbahn.

Es ist Sonntagmorgen, die Händler bauen ihren Strassenmarkt noch auf, im Food Market sind die Öfen und Pfannen schon geheizt. In der alten Lagerhalle gibt es ausgezeichnete, abwechslungsreiche Küche, Thai-Gerichte, Burritos, Kuchen, Craft Beer. Der Gang zwischen den Ständen gleicht einer kulinarischen Reise um die Welt, und am hinteren Ausgang spielt eine Jazzkapelle unter der Graffiti-bemalten Hochbahn. Auch viele Touristen kommen auf einen Snack in den Food-Market oder auf einen Sundowner in der Rooftop-Bar „The Living Room“ in der Kruger Street, einer Mischung aus Dschungel und Hipster-Treff mit Aussicht. Das arme, schwarze Afrika ist weit weg. Und so wird natürlich diskutiert – wie in Europa – über hohe Mieten und Gentrifizierung. Denn dieser Frieden ist teuer erkauft: Ohne Wachschutz würde es Maboneng nicht geben.

Dieser Text stammt aus dem Magazin unseres deutschen Partners Windrose Finest Travel.

 

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Was mit klassischen Studienreisen zu den schönsten Sehenswürdigkeiten begann, wurde Jahr für Jahr um innovative Reiseideen ergänzt. Eine davon stellen wir Ihnen auf der nachfolgenden Seite vor.


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