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Schneebedeckte Noorderlicht

"Cool-up" & Segeln in Norwegen

"Cool-up" Workshop an Bord der «Noorderlicht»: Regula König von Background Tours durfte eine Gruppe nach Norwegen begleiten und machte einige erstaunliche Erfahrungen...

Samstag, 26. Februar 2022, 16.15 Uhr, Harstad, Nord-Norwegen 

Die gute Nachricht ist, dass das Segelschiff «Noorderlicht» am abgemachten Ort an der Pier für uns bereitsteht. Die schlechte Nachricht teilt uns Expeditionsleiter Gérard gleich nach dem Kabinenbezug mit: Ein grosser Sturm zieht in den nächsten Tagen über Nord-Norwegen, an ein Rausfahren auf die offene See ist nicht zu denken. Es heisst Abwarten und stündlich das lokale Meteo checken, doch bald sind unsere Hoffnungen auf einen morgigen Seetag geplatzt. Nun heisst es Alternativen suchen! Zum Glück sind wir ja nicht nur zum Segeln und zum Beobachten von Walen & Nordlichtern nach Harstad gereist – nein, unser eigentlicher Fokus in dieser "Cool-up" Woche ist die Wim Hof-Methode, unter kundiger Anleitung von Personal Trainer Andreas Lanz. Also stehen kurzum eine Theorie-Stunde, ein Fitness-Training und das erste Bad im eisigen Hafenbecken auf dem morgigen Programm.

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Die «Noorderlicht» an der Pier in Harstad (die Hotelgäste nebenan staunten nicht schlecht, als sie uns an Deck trainieren sahen...)

Die Begriffe "Cool-up" und der Name Wim Hof sind uns zwar schon vor der Reise vertraut, trotzdem hilft der erste Theorie-Block von Andreas, unser Wissen nochmals aufzufrischen. Kurz zusammengefasst, ist die wissenschaftlich belegte Wim Hof-Methode eine Kombination aus Atmung, mentaler Konzentration sowie Kälte, und hat positive Effekte auf die körperliche wie auch geistige Gesundheit. Die Methode stärkt insbesondere das Immunsystem, senkt den Stresspegel und führt zu einer besseren Konzentrationsfähigkeit und mentaler Stärke (siehe auch cool-up.ch).

Soweit so gut. Wir sind also vorbereitet für das erste Bad im 3°C kalten Wasser und haben im Hafen von Harstad auch schon den perfekten Spot gefunden. Unter den ungläubigen Blicken der Einwohner und wenigen Touristen, die sich um diese Jahreszeit in die Gegend verschlagen, wärmen wir uns an der Pier auf (teilweise schon leicht bekleidet in Badehosen) und steigen dann – einer nach dem anderen – ins kalte Wasser. Es machen noch nicht ganz alle mit, aber die "erfahrenen" Hasen halten es durchaus schon mal 1-2 Minuten im kalten Wasser aus. Hut ab!

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Beim Aufwärmen und anschliessend das erste Eintauchen ins "angenehm" kühle Wasser...

Die nächsten Tage gestalten sich immer etwas anders, je nach Wetter- und Windverhältnissen. Wir segeln entlang der Hurtigruten bis Tromsø, der Hauptstadt der Arktis, und fahren dann wieder südwärts nach Lysnes und Skrolsvik, beides Orte auf der idyllischen und spärlich bewohnten Insel Senja. In Finnsnes tauchen wir abends schon im Dunkeln erneut ins kalte Wasser ein – dieses Mal können wir sogar Gérard dazu bewegen, mitzumachen!
Mein erstes Eisbad dauert gefühlte Ewigkeiten, in Wahrheit war ich aber wohl nur ca. 30 Sekunden im Wasser. Andreas spricht mir Mut zu ("Alles ist gut, ruhig atmen, du kannst das"), die restlichen Gruppenmitglieder sind entweder am Aufwärmen, Abtrocknen, Umziehen oder selber noch im Wasser. Die ganze Szene mutet surreal an und ich frage mich, was wohl ein Spaziergänger denken würde, wenn er uns jetzt so sehen könnte... erfrischt, etwas aufgedreht und voller Freude kehren wir auf den verschneiten, eisigen Pfaden zum Schiff zurück.

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Natürlich heisst es zwischendurch auch mal "Segel hissen!" Dann rufen uns die 17-jährigen "deck hands" Maja und Fiona zusammen und wir teilen uns in Gruppen auf. Je nach Umfang der Oberarme ziehen wir zu zweit oder zu viert an den dicken Tauen und hissen die Segel aus eigener Kraft. Das Aufräumen der Seile gehört ebenso zu unserem Job wie auch das Bereitstellen der "Props" für die Schneefrau, welche Maja und Fiona mit grosser Geduld aufbauen.

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Die «Noorderlicht» ist ein Zweimastschoner, 46 Meter lang, 6.5 Meter breit und verfügt über 10 Doppelkabinen. Das Schiff ist zwar sehr einfach, aber komfortabel eingerichtet. Die 7-köpfige Crew besteht aus Kapitän, 1. & 2. Offizier, 2 Matrosinnen, der Köchin und unserem Expeditionsleiter. Am Anfang ist die Mannschaft noch etwas skeptisch und fragt sich wohl, was wir morgens um 7.30 Uhr bereits für komische Übungen im Aufenthaltsraum machen. Unsere Atemübungen (mehr oder weniger schnell, laut oder leise) belustigen insbesondere den ansonsten recht stoischen Kapitän, der sich sogar zu einem Schmunzeln hinreissen lässt. Aber bald gewöhnt sich die Crew an den Anblick von leicht gekleideten Schweizer*innen, die durch den Schnee stapfen, um den nächsten schönen Sandstrand aufzusuchen.

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Das "letzte" Bad auf der Insel Senja, vor idyllischer Kulisse

Samstag, 5. März 2022, 08:15 Uhr: Wir sind zurück in Harstad und es heisst Abschied nehmen von der «Noorderlicht». Unsere Woche war erfüllt von vielen verschiedenen Eindrücken, interessanten Vorträgen, Aktivitäten an Bord und an Land und vor allem auch vom Austausch untereinander. Noch ein letztes gemeinsames Abendessen in Oslo, ein hektisches Austauschen von wichtigen Beweisfotos und lustigen Bade-Videos (ein grosses Dankeschön an unsere Fotografen Daniel und Hansjörg!) und schon treten wir den Rückflug in die Schweiz an.
Wieder zurück im Büro, kann ich meinen Teamkolleginnen mit grosser Überzeugung sagen, dass dies mit Abstand die "coolste" Reise meines Lebens war!

Falls auch Sie sich für die Wim Hof-Methode interessieren und gerne Informationen zu einer zukünftigen Cool-up Reise erhalten möchten, dürfen Sie sich gerne bei uns melden.

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Text und Fotos: Regula König

Bei Fragen stehen Ihnen unsere Beraterinnen sehr gerne zur Verfügung.

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Team Background Tours