Erwin Dettling

Erwin Dettling kam 1973 zum ersten Mal nach Lateinamerika, nach Peru, wo er für ein Jahr lebte und für ein Reiseunternehmen arbeitete. Die ersten Erfahrungen als Korrespondent sammelte er in Washington D.C. (1980).
In den folgenden Jahren war er als Delegierter des IKRK in Thailand, El Salvador, Syrien und im Libanon im Einsatz. 1983 nahm Erwin Dettling die Berichterstattung aus Mexiko auf. In den folgenden 15 Jahren berichtete er für einen Zeitungspool, für Radio DRS, den ORF, die ARD und für Schweizer Radio International über das Geschehen in Lateinamerika. Erwin Dettling hat heute seinen Lebensmittelpunkt wieder in der Schweiz. Von hier aus begibt er sich regelmässig an die Brennpunkte seines journalistischen Stammgebietes – Lateinamerika – und berichtet als Publizist für Radio und Presseerzeugnisse über neue Trends und Entwicklungen.
HÖR-CD MIT DR. ARNOLD HOTTINGER
Dieses Hörbuch wurde realisiert von Erwin Dettling
Mehr über Erwin Dettlings Arbeiten unter:
www.erwindettling.ch, Ihr Leben als Hörspiel
Wo liegt MESOAMERIKA?
Mesoamerika ist mehr kulturell-historisches Siedlungsgebiet als geographische Zone. Es ist der Kulturraum des „hombre de maiz“, so wie ihn Miguel Asturias, der guatemaltekische Literaturnobelpreisträger von 1967 in seinem gleichnamigen Roman beschrieben hat. Mais ist in Mesoamerika Nahrungsmittel und Fundament der Mayakultur.
Mesoamerika beginnt entlang der 3000 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko und reicht bis ins Tiefland von Yucatan und weiter südwärts bis nach Guatemala, Nicaragua und Costa Rica. Mesoamerika deckt weitgehend die Geografie ab, die wir heute als Zentralamerika zusammenfassen. Aber aufgepasst: keinem Reisenden empfehlen wir, einen Mexikaner als Zentralamerikaner zu bezeichnen. Denn Zentralamerika ist für viele Mexikaner die Region, die in den vergangenen 40 Jahren durch Bürgerkriege, Revolten und Militäraufstände durchgerüttelt wurde.
Mesoamerika ist der Lebensraum komplexer Gesellschaften, die im Lauf von Jahrtausenden einen hohen Standard im landwirtschaftlichen Bodenbau erreicht haben und bis heute durch ihre spektakulären zeremoniellen Zentren (Pyramiden, Paläste), Tempelstädte, durch Kunsthandwerk, Musik und dutzende von indigenen Sprachen weiter leben.
Erwin Dettling wird Sie auf der Reise durch Mexiko, Guatemala und Costa Rica zu den schillerndsten Zeugen der mesoamerikanischen Kultur führen. Erstaunlich ist, dass diese Region in den vergangenen Jahrzehnten große Persönlichkeiten, Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger hervorgebracht hat. Oscar Arias aus Costa Rica vermittelte in den Bürgerkriegen von El Salvador, Nicaragua und Guatemala und erhielt für seine friedensstiftende Leistung im Jahr 1987 den Friedensnobelpreis. Fünf Jahre später, 1992, zeichnete das Nobel-Komitee Rigoberta Menchu Tum aus Guatemala ebenfalls mit dem wichtigsten Friedenspreis aus.
Die Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen ist in Zentalamerika Geschichte. Heute versuchen alle Staaten der Region ihre Konflikte mit friedlichen Mitteln zu bewältigen; mit unterschiedlichem Erfolg.

